Vegane Ernährung bei erektiler Dysfunktion?

Zusammenfassung: Kann pflanzliche Ernährung bei erektiler Dysfunktion helfen? Fördert eine vegane Ernährung die Durchblutung und damit auch die "Manneskraft"? Vieles deutet darauf hin, dass eine pflanzliche Ernährung zwar nicht direkt heilsam wirkt, wohl aber einen wichtigen Beitrag bei organisch bedingten Erektionsstörungen leisten kann.

Inhaltsverzeichnis

Erektionsstörung als Folge von Lebensstil-Faktoren

Erektile Dysfunktion ist oft eine Folge aus Lifestyle-Faktoren wie z.B. Fehlernährung, Bewegungsmangel und Tabak-Konsum – und damit eine klassische Zivilisationserkrankung. Die gute Nachricht: Ist die Erkrankung noch nicht allzu weit fortgeschritten, können Betroffene oft dauerhaft von einer Lifestyle-Änderung profitieren. Medikamente (und ihre Nebenwirkungen) sind mit etwas Glück also vermeidbar.

Eine Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ist in vielen Fällen effektiver (und mit weniger unerwünschten Begleiterscheinungen) verbunden als die dauerhafte Einnahme von Medikamenten. Patienten sollten ihren Arzt daher gezielt auf eine pflanzliche Ernährung ansprechen. Die Faktenlage ist bereits heute sehr vielversprechend.

Erektionsprobleme vorbeugen durch gesunde Ernährung

Ein typisches Beispiel: Ein Patient bekommt in Folge von Fehlernährung Bluthochdruck. Aufgrund der Risiken eines Schlaganfalls verschreibt der Arzt Betablocker, um den Blutdruck zu senken. Als Nebenwirkung treten Erektionsstörungen auf, die der Patient wiederum medikamentös behandelt ("blaue Pille"). Eine direkte Behandlung der eigentlichen Ursache – in diesem Fall der Fehlernährung – könnte die Lebensqualität dauerhaft verbessern.

Erektile Dysfunktion schränkt nicht nur die Lebensqualität (und oft auch das Selbstbewusstsein der Betroffenen) ein, sondern ist häufig auch ein erstes Anzeichen für koronare Herzerkrankungen. Daher sollte eine Erektionsstörung nicht auf die leichte Schulter genommen und immer mit einem Facharzt besprochen werden.

Vegane Ernährung gegen Erektionsstörung?

Für viele Menschen erscheint es erst einmal unglaublich, dass eine pflanzenbasierte Ernährung bei Erektionsstörungen helfen soll. Und natürlich ist pflanzliche Ernährung auch kein Allheilmittel. Gegen eine psychisch bedingte Erektionsstörung kann auch eine Ernährungsumstellung wenig bewirken.

Bei klassischen Zivilisationserkrankungen sind die Effekte oft aber wirklich beeindruckend.

Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (darunter Bluthochdruck) und Diabetes Typ 2 stehen fast immer mit einer Fehlernährung und ungesunden Lebensweise in Verbindung. Mit zu vielen Fetten in der Ernährung und einem Mangel an Ballaststoffen und Bewegung. Tierprodukte spielen in einer solchen Ernährung eine wichtige Rolle, aber auch stark verarbeitete Produkte mit viel Fett, Weißmehl, Zucker und Salz.

Zum Verständnis ist es wichtig, dass sich Fehlernährung nicht immer als Mangel äußert. Auch Übergewicht ist in der Regel eine Folge von Fehlernährung – und bringt ein großes Risiko für Folgeerkrankungen, darunter erektile Dysfunktion.

Ungesunde Lebensmittel reduzieren – Gesunde bevorzugen

Die Chancen einer veganen Ernährung bei erektiler Dysfunktion liegen also darin, die ungesunden Lebensmittel zu reduzieren und stattdessen hochwertige, gesunde Lebensmittel zu bevorzugen. Und dazu gehören Nahrungsmittel wie Gemüse, Vollkorn-Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Saaten, Pilze, Kräuter und natürlich Obst. In möglichst frischer Form und mit viel Abwechslung.

In jedem Fall empfehlen wir, das Thema mit einem (in Ernährung ausgebildeten) Arzt zu besprechen. Da die meisten Allgemeinmediziner selbst wenig Kenntnisse über eine gesunde Ernährung haben, empfiehlt es sich, gezielt nach einem Ernährungsmediziner oder Präventionsmediziner mit fundierten Kenntnissen rund um eine pflanzliche Ernährung Ausschau zu halten.