Penisprothese – Schwellkörperimplantat bei Erektionsstörungen

Zusammenfassung: Die Penisprothese ist ein Schwellkörperimplantat, das in erster Linie zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zum Einsatz kommt. Es kann dem männlichen Patienten mit Erektionsstörungen dazu verhelfen, wieder Geschlechtsverkehr vollziehen zu können.

Inhaltsverzeichnis

Die Penisprothese

Die Penisprothese dient zur Therapie einer erektilen Dysfunktion (Impotenz oder Erektionsstörung). Es handelt es sich um ein Schwellkörperimplantat, durch dessen Einsatz Männer, die unter Erektionsstörungen leiden, wieder Geschlechtsverkehr erleben können. Ein Vorteil des Schwellkörperimplantats besteht darin, dass es sehr effektiv wirkt. So verspürt der Patient nach dem Implantieren der Prothese die gleichen Gefühle wie vorher. Er kann eine Ejakulation haben und einen Orgasmus erleben.

Allerdings kommt die Penisprothese nur als letztes Mittel bei Erektionsstörungen zur Anwendung, wenn die vorherigen Behandlungsversuche wie die Gabe von Medikamenten oder andere Hilfsmittel wie eine Penispumpe nicht zum Erfolg geführt haben oder starke Nebenwirkungen verursachten.

Penisprothese bei Erektionsstörungen

Zur Anwendung gelangt eine Penisprothese im Falle einer erektilen Dysfunktion. Rund 50 Prozent aller Männer zwischen 40 und 70 Jahren leiden unter Erektionsstörungen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko hierfür an. Für die betroffenen Männer und ihre Partner bedeuten die Erektionsstörungen oft erhebliche Belastungen. Nicht selten hat der Mann aufgrund seines unerfüllten Sexuallebens mit psychischen Problemen zu kämpfen.

Die Ursachen für eine erektile Dysfunktion sind mannigfaltig und reichen von einem ungesunden Lebensstil über psychosoziale Probleme bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Die Behandlung erfolgt zunächst immer auf konservative Weise. Bessern sich die Erektionsstörungen nicht, kann schließlich eine Penisprothese Abhilfe schaffen.

Penisprothese zum Aufbau eines künstlichen Geschlechtsteils

Mittlerweile kommt die Penisprothese auch zum Aufbau eines künstlichen Geschlechtsteils zum Einsatz. Ein künstlicher Penis gilt als sinnvoll nach schweren Verletzungen des Glieds oder für Transsexuelle.

Penisprothese keine richtige Prothese

Die Penisprothese stellt keine klassische Prothese dar. So ersetzt sie den Penis nicht. Stattdessen erfolgt eine Implantation von Silikonzylindern in die Schwellkörper. Von außen ist die Penisprothese nicht erkennbar und der Penis zeigt sich vollkommen natürlich. Auch der Patient verspürt keinen negativen Unterschied.

Unterschiedliche Formen der Penisprothese

Die Penisprothese muss durch eine Operation in das Glied eingebracht werden. Es gilt zwischen drei verschiedenen Formen dieses Schwellkörperimplantats zu unterscheiden:

  • Rigide Penisprothese
  • Semirigide Penisprothese
  • Hydraulische Penisprothese

Rigide Penisprothese

Bei der rigiden Penisprothese handelt es sich um ein älteres Modell, das in der Gegenwart keine Verwendung mehr findet. Bei dieser Form kommt es zu einer dauerhaften Erektion des Penis, was im Alltag jedoch überaus störend ist.

Semirigide Penisprothese

Eine Weiterentwicklung der rigiden Penisprothese stellt die semirigide oder biegsame Penisprothese dar. Ihr Material besteht zumeist aus Silikon sowie einem eingebetteten Geflecht aus Metall. Beim Geschlechtsverkehr biegt sich die Penisprothese in die obere Richtung, wodurch es zu einer Penisform kommt. Ist die Prothese nicht mehr im Einsatz, sinkt sie wieder in die untere Richtung ab. Dadurch kann das ständig erigierte Glied besser verborgen werden.

Hydraulische Penisprothese

In der heutigen Zeit gelangt in der Regel die hydraulische Penisprothese, auch hydraulisches Schwellkörperimplantat genannt, zur Anwendung. Vor dem Geschlechtsverkehr erfolgt das Füllen der Prothese mit Wasser. Durch dieses Verfahren kommt es zum Aufrichten und Versteifen des Penis. Die Flüssigkeit befindet sich in einem synthetischen Reservoir in Nachbarschaft zur Harnblase.

In die Implantate gelangt die Flüssigkeit durch eine Handpumpe, die im Rahmen des chirurgischen Eingriffs im Hodensack untergebracht wird. Betätigt der Mann die Pumpe, ist eine Erektion die Folge. Die meiste Zeit über bleibt das Glied jedoch in schlaffem Zustand. Aus diesem Grund gilt die hydraulische Penisprothese als beliebteste Variante.

Die Operation: Einsetzen der Penisprothese

Vor dem Eingriff

Ungefähr drei Wochen vor dem operativen Einsetzen der Penisprothese findet die ambulante Vorbereitung statt, was zumeist in einem Zentrum für Penischirurgie erfolgt. Der Patient wird vom Arzt ausführlich über den Eingriff und die Narkose informiert. Außerdem erkundigt sich der Mediziner über sämtliche relevanten Vorbefunde wie Röntgenbilder, OP-Berichte oder Arztbriefe und welche Medikamente der Patient einnimmt.

Darüber hinaus wird die Krankengeschichte erhoben und eine körperliche Untersuchung vorgenommen. Von Interesse sind ferner spezielle Laborwerte. Ebenso kann ein Schwellkörperinjektionstest mit einer Sonographie (Ultraschalluntersuchung) durchgeführt werden.

Die Operation findet in einem Krankenhaus statt, in dem der Patient etwa fünf Tage verbringen muss.

Ablauf der Implantation

Zu Beginn der Implantation wird die Intimregion gründlich gereinigt und desinfiziert. Der Patient erhält in der Regel eine Vollnarkose.

Erster Schritt der Operation ist das Eröffnen der beiden Schwellkörper, die sich an der Peniswurzel befinden. Das benachbarte Gewebe im Inneren wird entfernt, damit das Schwellkörperimplantat ausreichend Platz bekommt. Jeder Schwellkörper erhält eine Prothese.

Nächster Schritt beim Einsetzen einer hydraulischen Penisprothese ist das Einbringen des Flüssigkeitsreservoirs in Nähe der Harnblase. Ebenso wird eine kleine Pumpe eingesetzt. Schließlich verbindet der Operateur sämtliche Bestandteile durch schmale Schläuche miteinander. Durch diesen Schritt kann Flüssigkeit in die Schwellkörper fließen. Dabei handelt es sich zumeist um reines Wasser oder eine Kochsalzlösung.

Nachdem der Chirurg die Stabilität der Schläuche kontrolliert hat, wird die OP-Wunde vernäht.

Nachbehandlung

Das Aktivieren der Penisprothese findet etwa vier Wochen nach der Implantation statt. Der Patient erhält vom Arzt genaue Instruktionen, wie das Schwellkörperimplantat zu bedienen ist.

Umgang mit der Penisprothese

Nach dem Einsetzen der Penisprothese ist beim Geschlechtsverkehr zunächst Vorsicht geboten, damit es nicht zu unangenehmen Verletzungen kommt. So ist auf Rötungen und schmerzhafte Beschwerden an den Nähten zu achten. Treten unerwartete Komplikationen auf, muss unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Grundsätzlich sind die meisten Anwender der Penisprothese mit dem Schwellkörperimplantat aber sehr zufrieden. Sowohl bei den Patienten als auch dessen Partnern erreicht die Zufriedenheitsrate um die 90 Prozent. Weil Orgasmus und Ejakulationsfähigkeit erhalten bleiben, lassen sich sogar Kinder mit der Prothese zeugen.

Einschränkungen im Alltagsleben sind durch die Penisprothese nicht zu befürchten. Der Patient kann problemlos Baden gehen, eine Sauna besuchen oder Sport treiben.

Kosten einer Penisprothese

Die Übernahme der Kosten für die Penisprothese erfolgt in der Regel durch den Patienten selbst. Die Krankenkassen erstatten sie nur in Ausnahmefällen. Dabei ist zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen zu unterscheiden. Während die gesetzlich Versicherten die Kosten für die Penisprothese in der Regel komplett tragen müssen, zahlen privat Versicherte die Hälfte.

Die Kosten können sich dabei auf bis zu 20.000 Euro belaufen. Sie lassen sich in mehrere Sparten unterteilen.

Für die Prothese selbst sind etwa 6500 bis 7000 Euro zu erbringen. Die Materialkosten für die Operation belaufen sich auf ca. 300 Euro. Ungefähr 10.000 Euro sind für die Leistungen der Ärzte, des Krankenhauses und der Pflege zu erbringen. Sie beinhalten auch die Aufwendungen für Arzneimittel und Anästhesie.

Die Gesamtkosten für die Penisprothese können jedoch von Klinik zu Klinik unterschiedlich ausfallen, was auch von den jeweiligen Qualitätsstandards abhängt.

Das könnte dich auch interessieren …