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Tabuthema Impotenz: Warum immer mehr MĂ€nner unter 45 betroffen sind

Zusammenfassung: Probleme mit der Potenz haben schon unter 45-Jährige, jeder vierte ist betroffen. Wir erklären die Gründe, wie Männer sich erfolgreich selbst helfen können und welche neuen Therapien es gibt, etwa Stoßwellen und Stent, sowie fast vergessene, aber sehr erfolgreiche wie Schwellkörper-Implantate.

Inhaltsverzeichnis

Panne im Bett, und nun?

Diese Panne im Bett kennt sicher jeder Mann, wenn er ehrlich ist. Schuld am einmaligen oder seltenen Penisstreik sind vor allem Stress oder zu viel Alkohol. Beim nächsten Mal klappt dann meistens alles wieder so, wie gewollt. Doch immer mehr junge Männer bemerken, dass sie über Monate hinweg immer wieder Probleme haben, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, die für eine zufriedenstellende sexuelle Aktivität ausreicht – so lautet übrigens die korrekte, medizinische Definition der Erektilen Dysfunktion oder Erektionsstörung, umgangssprachlich Impotenz.

Von Impotenz sprechen wir jedoch ungern, weil der Begriff oft eher als abwertend wahrgenommen wird und ein generelles Unvermögen beschreibt.

Bisher beobachten Mediziner, dass vor allem Männer mit zunehmendem Alter unter Erektiler Dysfunktion (ED) leiden. Eine aktuelle Studie (German Male Sex-Study) mit mehr als 10.000 Männern legte jedoch offen, dass bereits ein Viertel der 45-Jährigen ED-Symptome aufwies, also wesentlich mehr junge Männer als früher.

Klassische Risikofaktoren für Erektionsstörungen betreffen mehr Männer als früher

Warum immer mehr, auch jüngere Männer betroffen sind, lässt sich anhand dreier Erklärungsmodelle verdeutlichen:

1. Abgesehen vom Rauchen treten die anderen Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes häufiger auf. Adipositas und Diabetes betreffen heute bis zu einem Viertel mehr Männer als in den 90er Jahren.

Performance-Gesellschaft schafft Leistungsdruck

2. Eine Digitalisierung der Sexualität – dieser Punkt betrifft vor allem jüngere Männer, die mit dem Computer sozusagen aufgewachsen sind. „Die Realität hält nicht, was uns die Virtualität verspricht“, fasst Markus Margreiter diesen Punkt zusammen. War Papier noch geduldig, so lässt sich beim Internet durchaus von endlosen Weiten sprechen – und genauso unbegrenzt sind die Möglichkeiten der virtuellen Performance von sagenhaften Penisleistungen.

Männer hart und weich – ein Schleudergang für die männliche Psyche

3. Die aktuelle Geschlechterrolle setzt Männern zu. Die Forderungen von Maskulinität sind widersprüchlich und inkonsequent. Männer sollen einerseits extrem männlich und hart sein – nicht „Weichei“ und „Warmduscher“, andererseits einfühlsam und lieb.

Dieser Widerspruch verunsichert und setzt unter Druck. Eine Untersuchung von Männern mit Erektionsstörungen verdeutlicht das. Demnach nehmen Männer mit ED erheblich mehr sozialen Druck wahr, zeigten ein negativeres sexuelles Selbstwertgefühl und hatten ein negativeres Körperbild als Männer ohne Erektile Dysfunktion.

Was Männer gegen Potenzprobleme selbst tun können

Treten Pannen im Bett auf, lohnt es sich für den Mann auf jeden Fall, nach den Ursachen zu suchen – ist es vielleicht zu viel Stress? Dann sind Entspannungspausen sinnvoll und ein Stressmanagement, oder einfach mal mit der Partnerin in den Urlaub fahren – dann klappt es wieder wie gewünscht. Weitere Möglichkeiten zur Selbsthilfe bei ED:

  • Alkohol weglassen
  • Ernährung ändern
  • Rauchen aufhören
  • Sport treiben – Beckenboden stärken

Allein mit diesen Maßnahmen, so wissen wir, lässt sich bei 25 Prozent der Männer alles wieder ins Lot bringen, wobei es beim Rauchen sogar noch mehr seien.

Wichtig ist, mit diesen Lebensstiländerungen möglichst früh anzufangen.

ED kann Symptom einer ernsthaften Krankheit sein

Aber am sichersten ist es für den Mann, die Probleme zeitnah vom Arzt abklären zu lassen. Denn ED kann immer auch das erste Anzeichen für eine andere behandlungsbedürftige Krankheit sein, etwa Hormonstörungen, Diabetes, Gefäß- und Nervenschäden. Und bis zu 20 Prozent aller Männer mit ausgeprägter ED entwickeln innerhalb von wenigen Jahren schwere Herzkreislauf-Probleme, wenn diese Männer keine medizinische Hilfe suchen.

Besonders sinnvoll: Jeder Mann etwa ab 35 bis 40 Jahren sollte einmal zum Urologen für einen ersten Checkup gehen, bevor es Probleme gibt. Ist dann alles in Ordnung, muss er erst in 5 bis 10 Jahren wiederkommen. Und werden beim ersten Untersuchungstermin spezielle Risikofaktoren oder Unregelmäßigkeiten entdeckt, lässt es sich gezielt steuern, damit später erst gar keine größeren Probleme auftreten.