Über Erektionsprobleme sprechen

Hilfe bei erektiler Dysfunktion

Es gibt wohl kaum ein medizinisches Thema, was so häufig tot geschwiegen wird, wie Erektionsprobleme. Die Angst vor dem Schlagwort „Impotenz“ ist so groß, dass viele betroffene Männer mit einer beginnenden erektilen Dysfunktion das Thema am liebsten so lange wie möglich ignorieren – sogar vor sich selbst! Irgendwann kommt aber der Punkt, wo man(n) nicht mehr wegsehen kann oder auch möchte – oder das Thema Potenzmittel kaufen aktuell wird. Und sei es auch nur, weil die Partnerin das Thema zur Sprache bringt (mehr lesen). Der Einstieg in ein solches Gespräch ist aber alles andere als einfach – egal, wer mit dem Thema beginnt.

Die nackten Zahlen – man(n) ist nicht allein!

Viele Männer weigern sich, den Verlust ihrer Erektionsfähigkeit oder Einschränkungen ihrer Potenz an zu erkennen. Dabei ist man(n) alles andere als allein mit dem Problem! Man weiß, dass etwa ein Viertel aller Männer ab 45 Erektionsstörungen entwickeln, bei den Männern im Rentenalter ist sogar mehr als die Hälfte betroffen. Die Dunkelziffer derer, die mit ihrem Problem nie zum Arzt gehen, ist dennoch erstaunlich hoch. Sei es die Scham vor dem Gespräch mit dem Arzt oder auch das Gefühl „kein ganzer Mann mehr zu sein“. Die Gründe sind so vielfältig wie die betroffenen Männer. Man(n) sollte aber auch bedenken, dass man heute recht gut etwas gegen eine erektile Dysfunktion unternehmen und so die schönste Nebensache der Welt wieder zurück in den Alltag holen kann.

Gefühlvoll zum Thema – was die Partnerin beachten sollte

Bei jedem zweiten Paar sucht die Partnerin das Gespräch und spricht die veränderte Sexualität in der Beziehung an. Nicht immer ist dabei das Problem „Erektionsstörung“ Inhalt des Gesprächs, denn viele Männer lassen es aus Angst vor einem Versagen gar nicht mehr zu intimen Handlungen kommen. Das kann dazu führen, dass die Partnerin sich zurück gestoßen und nicht mehr geliebt fühlt. Macht sie nun aus ihrer inneren Unzufriedenheit heraus dem betroffenen Mann noch unwissentlich Vorwürfe oder setzt ihn unter Druck, so endet das Gespräch oft genug im handfesten aber völlig sinnlosen Streit. Umso wichtiger ist es für die Partnerin, das Gespräch sachlich und möglichst „un-emotional“ zu beginnen.

Selbst ist der Mann – das Gespräch kann auch Mann suchen

Viele Männer sind aber heutzutage auch in der Lage, das Thema aktiv von selbst anzusprechen. Wichtig ist dabei, nicht in Rechtfertigungen zu verfallen – „ich bin halt einfach müde und fertig vom Job“ – sondern mit der Partnerin zu überlegen, welche Gründe die Erektionsprobleme haben könnten. Der wichtigste Schritt ist im Grunde, die Tatsache anzuerkennen, dass sich die Erektionsfähigkeit verändert hat. Diese Erkenntnis hilft beiden und sollte daher die Grundlage des Gesprächs bilden. Weil viele Frauen sich leicht selbst die Schuld geben und glauben, nicht mehr attraktiv genug für den Partner zu sein, schadet es auch nichts, diesen Punkt im Gespräch anzubringen und die Partnerin zu beruhigen.

Der Gang zum Arzt und der Einstieg ins Thema

Egal, ob man(n) zuerst mit der Partnerin gesprochen hat oder gar heimlich zum Arzt geht – irgendwann kommt der Moment, wo im Gespräch mit dem Mediziner das sensible Thema auf den Tisch muss. Auch hier gilt, größtmögliche Sachlichkeit anzuwenden und das Erektionsproblem genau zu beschreiben. Ein kleiner Spickzettel mit den wichtigsten Angaben hilft dabei, nichts zu vergessen. Der Arzt wird mit Hilfe von gezielten Fragen versuchen, die Ursache der Erektionsstörung einzugrenzen. Auch hierbei gilt: desto ehrlicher und umfassender die Antworten, umso höher die Chancen, die erektile Dysfunktion erfolgreich zu behandeln.

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