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Sexuelle Mythen – Teil 2

Richtiger Sex besteht aus Geschlechsverkehr

Durch die Medien, in vielen Sex-Ratgebern oder Illustrierten kann man nachlesen, dass die meisten Frauen durch den Geschlechtsverkehr (Eindringen des Penis in die Scheide) nicht zum Orgasmus kommen. Trotzdem scheint der Geschlechtsverkehr bei den meisten Paaren ein MUSS zu sein, während andere Varianten der Sexualiität lediglich als Vorspiel angesehen werden. Das Sexleben wird dadurch wesentlich eingeschränkt – Sie hören ja auch nicht immer nur Ihr Lieblingslied. Gibt es dann Erektionsprobleme oder Impotenz, und ist der normale Geschlechtsverkehr nicht mehr ohne weiteres möglich, erliegt das Sexleben vollkommen. Warum eigentlich? Es gibt noch so viele andere Spielarten…

Die Impotenz kommt bestimmt

Um es klar zu sagen: je ölter man wird, destom mehr lässt die Potenz nach. Aber trotzdem besitzen viele Männer im hohen Alter noch eine gute Potenz. Sollten man(n) im fortgeschrittenen Alter unter Erektionsproblemen ldeiden, sollte er trotzdem zum Arzt gehen. In jedem Fall werden Beratung, Diagnostik und Behandlung von der Krankenkasse bezahlt. Nur wenn Potenzmittel die geeignete Hilfe sind, muss man die aus der eigenen Kasse bezahlen. Aber das sollte es dann auch wert sein.

Sex im Alter geht nicht mehr

Ein falscher Sex-Mythos. Sex ist keine Frage des Alters und selbst im fortgeschrittenen Alter haben viele Paare ein erfülltes Sexleben.

Orgasmus = Erektion = Ejakulation

Die Vorstellung, dass zu einem Orgasmus auch eine Erektion und eine Ejakulation gehören ist falsch. Betroffene Männer, die z.B. auf Grund eines Unfalls oder einer Operation keine Erektion mehr bekommen können, sind trotzdem zu einem Orgasmus fähig. Der Grund dafür ist, dass die für eine Erektion verantwortlichen Nerven anders verlaufen als die Nerven, die die entsprechenden Reize am Penis übermitteln. Auch im Falle einer fehlenden Ejakulation, weil z.B. die Prostata entfernt wurde, kann es trotzdem zu einem Orgasmus kommen.

Was lernen wir daraus?

Viele der genannten Punkte werden Sie sicher schon gehört oder gelesen haben, vielleicht selbst schon "übernommen" haben. Aber bei genauerem Hinsehen entpuppen sich diese Aussagen als Vorurteile, die in der Praxis keine Bestätigung finden. Trotzdem überleben diese Mythen ganze Generationen und werden immer wieder verbreitet. Es bedeutet auch etwas Arbeit, diese Mythen aus dem Kopf zu bekommen und das wirkliche Sexleben einfach zu geniessen – versuchen Sie es.


Hilfe durch Potenzmittel

Als 1998 Viagra auf den Markt kam, konnte wohl niemand erahnen, welchen Siegenszug das Potenzmittel antreten würde. Mittlerweile gibt es jedoch eine Vielzahl anderer Potenzmittel die Männern mit Erektionsstörungen wirksame Hilfe bieten. Viagra wird auch blaue Wunderpille genannt, doch ist dies ein eher unseriöser Name. Zwar bietet Viagra vielen Männern die langersehnte Hilfe, doch nicht in allen Fällen von Erektionsproblemen helfen Potenzmittel.

Die Umsätze für Potenzmittel wachsen konstant. Immer mehr Männer greifen zu Viagra, Cialis oder Levitra, die dabei helfen die Zu- und Abfuhr des Blutes im Penis zu regulieren. Jedoch sollten betroffene Männer die Ursachen ihrer Erektionsprobleme medizinisch untersuchen lassen. In den meisten Fällen spielen organische und seelische Probleme eine Rolle, sodass nicht in jedem Fall Potenzmittel helfen können.

Wenn der Kopf Probleme verursacht

Viele Männer sind der Meinung, solange sie morgens eine Erektion haben oder sich selbst befriedigen können, sei mit ihrem "besten Freund" alles in Ordnung. Doch Sex zu haben ist etwas ganz anderes. Wirkstoffe wie Sildenafil oder Tadalafil helfen nur bei Durchblutungsstörungen und psychologischen Problemen. Sind andere Ursachen für den Erektionsverlust verantwortlich (kaputte Nerven, Beckenbodenschwäche, Hormonmangel), ist die Einnahme von Potenzmitteln völlig umsonst.

Sind diese körperlichen Ursachen nicht verantwortlich, treten psychische Probleme in den Mittelpunkt. Körperlich ist der Mann zwar in der Lage eine Erektion zu haben, aber in bestimmten Situationen kann er es einfach nicht. Ein Arzt kann in diesem Fall herausfinden, warum der Körper streikt.

Männer fühlen sich beim Sex oft unter Druck gesetzt, funktionieren zu müssen – die Erektion wird überhöht in den Mittelpunkt gestellt und der Druck eine zu bekommen, überlagert alle anderen Gedanken. Der Ansatz einer erfolgreichen Behandlung sieht dann so aus, dass der Gedanke an eine Erektion so weit wie möglich weggeschoben wird – um dann eine Erektion zu bekommen. Entsprechende Therapien bieten Hilfe für Paare an und sollen das Sexleben deutlich verbessern.

Potenzmittel als Hilfe

Sollte der Arzt medizinisch und psychologisch geklärt haben, dass die Erektionsprobleme mit Potenzmittel behandelt werden können, muss noch geklärt werden, ob der Mann die Wirkstoffe auch verträgt. Männer mit Herzproblemen sollten auf die Einnahme von Potenzmitteln verzichten. Ebenso sollte bei der Einnahme von Medikamenten geklärt werden, ob sich diese mit Viagra & Co. "vertragen". Sollten Sie Potenzmittel einnehmen, verzichten Sie auf Alkohol. Untersuchungen zeigen, dass die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Potenzmitteln die Wirkung herabsetzt und nicht zum gewünschten Ergebnis führt.

 

 


Erektionsverlust – Reden, Verstehen, Behandeln

Für viele Paare ist ein ausfüllenden Sexleben unabdingbar. Sind Männer dann von Erektionsstörungen betroffen, ist dies für beide Partner eine Belastung und führt in vielen Fällen auf zu Beziehungskrisen. Offizielle Zahlen lassen darauf schließen, dass etwa ein Viertel aller Männer im Laufe ihres Lebens schon mit solchen Krisen zu kämpfen hatten. Gerade für Männer, die nicht gern über eigene Probleme reden, sind solche Situationen oft ein unüberwindbares Hinderniss. Aber auch als Partnerin leidet man darunter. Das eigene Sexleben wird unterdrückt, Unverständnis herrscht und Unzufriedenheit ist die Folge. In solchen Fällen ist Geduld, Verständnis und Offenheit für beide vonnöten, auch wenn es nicht immer einfach ist.

 

Erektionsstörungen aus Sicht der Frau

Erektionsprobleme stehen nicht auf einmal vor der Tür, sondern schleichen sich langsam in das Sexleben ein. Klappt es mal nicht mit einer stabilen Erektion, ist dies meist kein Grund zur Beunruhigung. Anstatt ohne Grund Druck zu machen, sollte die Partnerin in diesem Fall Verständnis zeigen. Frauen neigen oft dazu, die Gründe dann bei sich selbst zu suchen, was aber ebenso unnötig ist. Wirkt sich die erektile Dysfunktion jedoch dauerhaft auf das Sexleben aus, entsteht bei vielen Frauen Gesprächsbedarf. Während sie darüber reden wollen, ziehen sich Männer meist komplett zurück. Unverständnis, Streit, Schuldzuweisungen und Unzufriedenheit sind die Folge und nicht selten dann auch eine Beziehungskrise.

Erektionsstörungen aus Sicht des Mannes

Männer reagieren beim ersten Auftreten von Erektionsproblemen relativ gelassen und machen meist Stress oder Müdigkeit dafür verantwortlich. Treten Erektionsstörungen jedoch über einen längeren Zeitraum auf, und sucht die Partnerin dann ein klärendes Gespräch, muss Mann sich dann dem Problem stellen. Doch Männer wollen dann nicht darüber reden, auch nicht mit der Partnerin. Viele betroffene Männer ziehen sich immer weiter zurück und schränken lieber ihr Sexleben ein, als sich dem Problem zu stellen. Die Reaktionen reichen von Ignoranz bis hin zu Reizbarkeit, Wut oder dem Gefühl nur ein "halber Mann" zu sein.

Die richtige Reaktion auf Erektionsverlust

Wie soll man also mit dieser Situation am besten umgehen? Erzwingen Sie das Thema nicht, denn zu viel Druck löst oft eine heftige Gegenreaktion aus. gehen Sie behutsam an das Thema heran, denn ein Totschweigen ist ebenso wenig förderlich. Als Erstes können Sie sich umfassend über das Thema Erektionsverlust und erektile Dysfunktion informieren und welche Erektionshilfen es gibt. Mit Informationen über mögliche Ursachen und auch Behandlungsmethoden haben Sie ein Basis, auf der sich auch Lösungen leichter finden lassen. Vermeiden Sie emotionale Situationen, denn ein ruhiges, sachliches Gespräch isz wesentlich hilfreicher als eine überhitzte Diskussion.

Seien Sie sich bewusst, dass auch in einer funktionierenden Partnerschaft das Thema Erektionsprobleme nie einfach ist. Klare Regeln sind für ein offenes Gespräch serh wichtig, denn bei einem "offenen Schlagabtausch" zieht sich ein Partner oftmals aus dem Gespräch zurück. Gefühle sollten Sie als "ich"-Satz formulieren. Verwenden Sie keine Verallgemeinerungen wie "nie" oder "immer". Verständnis und Fürsorge zu zeigen ist hilfreicher, damit der Partner sieht, dass Sie auf "seiner" Seite stehen. Nehmen Sie Ihren Partner ernst und zeigen Sie ihm, dass sie gemeinsam dieses Problem durchstehen. Hat sich Ihr Partner dem Problem einmal gestellt, können erste rationale Schritte zur Behebung, wie z.B. der Besuch beim Arzt ins Auge gefasst werden.